„Was ich such‘ und was ich finde“

Vielleicht kennt der eine oder andere Leser das Folk-Duo Zupfgeigenhansel, gegründet von Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz.

Als ich Jugendlicher war, war Folkmusik gerade sehr „in“, und so bin ich auch mit diesem Duo in Berührung gekommen. Zupfgeigenhansel hat viel links-politische Musik produziert, aber auch alten deutschen Volksliedern einen wunderschönen neuen Klang verliehen (zum Beispiel hier zu hören).

Als ich mir auf Youtube die Volkslieder anhören wollte, wurde ich auf Solo-Videos von Thomas Friz aufmerksam. Man sieht und hört ihm an, dass sein Schicksal nicht leicht ist und ich vermutete, dass Thomas Friz auch Suchterfahrungen hat. In dem Artikel, der auf Wikipedia über ihn erschienen ist, wird sein Alkoholmissbrauch erwähnt. Und noch mehr:

Im Januar 1994 war er in Göppingen von rechtsradikalen Skinheads so brutal zusammengeschlagen worden, dass er danach erst mühsam wieder lernen musste, die Hand so zu bewegen, um wieder Gitarre spielen zu können. Infolge seines Alkoholmissbrauchs war auch seine Stimme schwer in Mitleidenschaft genommen.

Quelle: Wikipedia

Thomas Friz hat ein Lied seines Vaters Hans Fritz vertont, Was ich such‘ und was ich finde. Im Internet konnte ich über Hans Fritz nur wenig finden. Laut dieser Internetseite war Hans Friz ein Suttgarter Pfarrer. Dieser Seite verdanke ich auch den Text des Liedes:

Was ich such‘ und was ich finde

Was ich such‘ und was ich finde, was ich wissen will und weiß, rührt kaum an des Wesens Rinde, endet auf dem toten Gleis. Was mich wusste, weil’s mich wollte, was mich suchte und mich fand, sprengt die Schale, löst die Kruste, herrlicher, als je geahnt. Wird’s auch keinem widerfahren, solang‘ er noch weiß und will, nach den weiten Wandersjahren macht es jeden weis‘ und still. Unbegreiflich, unaussprechlich ist’s und bleibt’s zu aller Zeit: Alles, alles ist zerbrechlich.
aber heil in Ewigkeit.

Quelle: Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde Sigmaringen

Beim letzten Satz

„Alles, alles ist zerbrechlich, aber heil in Ewigkeit.“

habe ich mich gefragt, ob ich das glaube, dass alles Zerbrochene in Ewigkeit heil ist. Nein, ich glaube es nicht. Ich kann mich als Mensch so tief in der Abrennung verstricken, dass es keinen Weg zurück gibt; dass ich mein Ewiges verliere. Ich glaube, dass das Teil der echten Freiheit ist, die die Gottheit mir gewährt. Deshalb ist es so wichtig, der erkannten eigenen Wahrheit treu zu werden. Zu diesem Thema des ewigen Eigenen, gibt es ein Gedicht von Christian Morgenstern, zu dem ich hier etwas geschrieben habe.

„…sprengt die Schale, löst die Kruste, herrlicher, als je geahnt.“

Danke, Thomas Friz, für dieses Lied.

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