Bin ich sexsüchtig?

Wenn Sie über eine Suchmaschine oder einen Link auf diese Seite gekommen sind, treibt sie vielleicht diese Frage um: Bin ich sexsüchtig? Ist das, was ich tue, oder wie oder wie oft ich es tue, noch normal? Vielleicht sagen Sie sich auch schon: Ich muss aufhören! Ich will nicht mehr! Ich kann nicht mehr! Oder „müssen“ Sie aufhören, weil Ihre Frau Sie verlassen oder Ihr Arbeitgeber Ihnen kündigen will?

Wie war es bei mir?

Mit ungefähr 20 erzählte ich einem befreundeten Psychologen, dass ich mir manchmal zwanghaft pornografische Bilder anschauen müsste. Er sagte, solche Bilder seien tatsächlich nicht „schön“. Ich solle mir lieber erotische Bilder anschauen, die ästhetisch schön seien.

Damals versuchte ich zum ersten Mal, das Suchtmittel zu kontrollieren. Durch das Gespräch motiviert, wollte ich mir tatsächlich nur noch „ästhetisch schöne“ Bilder anschauen. Es blieb bei dem Vorsatz. Ich landete natürlich wieder bei harter Pornografie.

Etwas mehr als ein Jahrzehnt später war die Sucht mein ständiger Begleiter. Wenn ich zum ersten Mal in eine Stadt kam, musste ich nach einem Sexshop oder Sexkino suchen. Ich konnte es nicht nicht tun. Als ich einige Tage Urlaub machte, registrierte ich beim Herumreisen mehrere Sexshops, denen ich aber fernblieb. Nach drei Tagen war ich stolz. Diesmal hatte ich gesiegt. Bis ich nachmittags an einem großen Sexshop vorbeifuhr. Wie ferngesteuert ging ich dort ins Kino. Direkt anschließend suchte ich noch die zwei anderen Sexshops in einer anderen Stadt auf, die ich zuvor gesehen hatte. Totale Niederlage. Ich hatte, wie immer, verloren.

Es sollte ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis ich aus tiefem Herzen den erlösenden Satz sagen konnte: Ich bin ein Sexaholiker. Ich bin machtlos gegenüber Lüsternheit. Ich bin krank und brauche Hilfe. Als ich so kapitulierte und die Hilfe annahm, konnte ich mit dem Ausagieren aufhören. Der Genesungsweg begann.

Es gibt verschiedene Wege, sich der Frage „Bin ich sexsüchtig“ zu nähern. Ein erster Schritt könnte sein, ehrlich diesen Fragenkatalog der Anonymen Sexaholiker zu beantworten.

Und vor allem: Sehen Sie ehrlich auf sich selbst. Im Buch „Anonyme Alkoholiker“ gibt es folgenden Textabschnitt:

Wenn Sie feststellen, dass Sie nicht gänzlich mit dem Trinken aufhören können, obwohl Sie es aufrichtig wünschen, oder wenn Sie beim Trinken keine rechte Kontrolle über die Menge haben, so sind Sie wahrscheinlich Alkoholiker. (S. 51)

Wie ist es bei Ihnen? Möchten Sie mit einem zwanghaften sexuellen Denken oder Verhalten oder zwanghaftem Pornografiekonsum aufhören? Können Sie es, wenn Sie es ernsthaft versuchen? Dauerhaft? Oder schwanken Sie hin und her zwischen dem krampfhaften Unterdrücken und anschließenden Ausbrüchen der Sucht?

Haben Sie wirkliche Kontrolle über die Art, Quantität und den Zeitpunkt Ihres sexuellen Ausagierens?

Vielleicht geben Ihnen ehrliche Antworten auf diese Fragen bereits die Antwort auf die Eingangsfrage. Falls Sie es für möglich halten, die Grenze zur Sucht bereits überschritten zu haben, sind Sie auf dieser Internetseite auf jeden Fall richtig. Es gibt eine Lösung und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie den Weg aus der Sucht heraus finden. Vielleicht mit den Anonymen Sexaholikern.

Sie könnten hier über diesen Blog und über mich weiterlesen oder Sie lesen im Bog, z.B. über Sexsucht als Krankheit oder über Scham.